Geheimtipp in 299 Worten: Metro 2033

Ich stehe ja auf Geheimtipps, aber irgendwie sind sie selten. Es wird ja hart gelästert, wenn mal was bei einem Spiel nicht rund läuft. Dabei werden sie oft für kleine Unschönheiten bestraft, die im Grunde vollkommen egal ist, solang es Spaß macht. Metro 2033 war so ein Spiel.

Vielleicht habe ich als Fan der beiden Metro-Bücher vom russischen Autor Dmitri Gluchowski einen anderen Fokus, aber das Spiel kann auch andere begeistern. Die Dystopie über die Folgen eines nuklearen Krieges, kombiniert mit klaustrophobischen Leben in der alten Moskauer Metro zeichnet ein spannend und düsteres Bild unter Tagen mit allem, was dazugehört: Menschen, Waffen, Wahnsinn, Mutanten, neue Weltordnungen und Angst. Das erste Buch liest sich schon, wie der Stoff aus dem Computerspiele seinen sollten. Im Spiel dann ein Schuss mehr Action und Geradlinigkeit. Wer will schon durch einen Ego-Shooter laufen und den ersten Schuss im zweiten Drittel abfeuern? Da sind die Entwickler von der jungen Schmiede A4 Games den richtigen Weg gegangen.

So bekommen wir in Metro 2033 von Anfang an eine interessante Geschichte um den jungen Artjom erzählt. Das Spiel zieht schnell sehr gut an. Eine Mischung aus Feuergefechten mit selbst gebastelten Waffen und Munition, schweißtreibende Schleicheinlagen und dem Kampf gegen ganz üble Höhlenbewohner. Dabei ganz groß, beklemmend und gespickt mit albtraumhaften Visionen eine Atmosphäre, die mir immer noch Gänsehaut bereitet. Das wunderbare Zusammenzucken im dunklen Zockerbunker bei voller Surround-Beschallung! Danke Metro 2033!

Ein bisschen Ehrgeiz, neben guten Nerven, braucht man aber schon für das Ganze. Der Schwierigkeitsgrad egal welcher, dreht seine Achterbahnen und kratzt an den Zockernerven. Dafür wird man entlohnt mit Albträumen unter einer Gasmaske, ständig angespannt, bereit zur Flucht oder den Kampf. Die zwei unterschiedlichen Enden hinterlassen sehr lebhafte und gute Erinnerungen an einen wahren Horrortrip durch eine düstere Welt. Ich sehe U-Bahn-Schächte nun mit anderen Augen.

[like]



Und der erste Teaser zum Nachfolger Metro: Last Light


Und der zweite Streich für die neue Reihe “<300“, Reviews in (ungefähr) 300 Worten, angeregt durch Manu: Des Pudels Kern in 300 Worten

2 Gedanken zu „Geheimtipp in 299 Worten: Metro 2033

  1. Pingback: Des Pudels Kern in 300 Worten «

  2. Pingback: Die Narrative Games-Evolution | Couch-Entertainment.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.