Emotionen bei Androiden im Film 2 (Alien-Saga)

Es wird der Frage nach gegangen, wie und ob Androide im Film menschliche Emotionen zeigen und ausdrücken, oder auch daran scheitern sie zu verstehen oder zu imitieren. Dazu definieren wir erst einmal “Emotionen” und gehen dann in den kommenden Artikeln auf die Film-Androiden aus den Alien-Filmen, der ursprünglichen Star Wars Trilogie, Terminator 2, Per Anhalter durch die Galaxis und zu Guter letzt aus Blade Runner ein.

Einleitung schon gelesen?

Emotionen bei Androiden in der Alien-Saga

Ash in Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)

Die vier „Alien“-Filme zeigen sehr interessant, wie sich in dieser fiktiven Welt die Androiden-Technologie mit den Jahrzehnten immer weiter entwickelt hat. Im ersten Film „Alien“ ist der Wissenschaftsoffizier „Ash“ der erste Androide, auf den die Hauptfigur „Ellen Ripley“ trifft. Der Zuschauer merkt schnell, dass Ash kaum ein Mensch sein kann. Emotionen sucht man vergebens. Die fehlende Mimik und auch sein Verhalten lassen darauf schließen, dass er wohl Emotionen nicht kennt und erzeugen kann. Besonders sein Beharren an seiner „Mission“ das „Alien“ zu Forschungszwecken mit zu nehmen, wobei alles andere keine Priorität hat, zeigt, dass er strikt auf eine Sache programmiert wurde. Die von Gardner genannten Bereiche der „Emotionalen Intelligenz“ werden bei Ash nie gezeigt. Dem Androiden sind die Menschen egal, er ist nur seinem Missionsziel treu und geht dabei auch über Leichen. Eine emotionelle Reaktion ist nie zu sehen, was wohl eben dadurch auch zu seinem rabiaten Vorgehen führt.

Bishop in Aliens – Die Rückkehr (1986) und Alien 3 (1992)

Im zweiten und dritten Film der Saga, „Aliens – Die Rückkehr“ und „Alien 3“ kommt ein weiterentwickelter Androide ins Spiel: „Bishop“. Dieser besitzt eine ausgeprägtere Mimik als sein Vorgänger Ash. Bishop wirkt nahezu freundlich, wenn er seine Hilfe anbietet. Jedoch zeigt er die beiden Filme über kaum eine emotionelle Reaktion und auch seine Mimik bleibt einzig bei dem eher freundlich wirkenden Gesichtsausdruck. Jedoch ist Bishop mit einer Art von Selbstbewusstsein ausgestattet, da er sich anscheinend gekränkt fühlt, als man ihn „Roboter“ nennt: „Ich bevorzuge den Ausdruck „Künstliche Person“.“ , gibt er als Antwort. Dies zeigt wohl die einzige Gefühlsregung, der Kategorie „Unlust“, die schon eine schwache Form von Widerwillen sein kann. In Punkto „Beziehungsfähigkeit“ zeigt Bishop jedoch schon enorme Fortschritte, im Kontrast zu Ash. Er führt seinen Messer-Trick am Anfang des Filmes vor, um die Schiffs-Crew zu erheitern und er ist so programmiert, dass er keine Gewalt gegen Menschen ausüben kann, wie er selbst erklärt. Hier wurde dem rapiden Vorgehen seines Vorgängers eine Sperre in der Programmierung gemacht. Bishop ist noch nicht dazu fähig komplexe Gefühle zu entwickeln, verhält sich aber durch seine Programmierung viel „humaner“ als Ash.

Call in Alien – Die Wiedergeburt (1997)

Im vierten Film „Alien – Die Wiedergeburt“ sieht man dann „Call“, ein hoch entwickelter weiblicher Android. Call, der man anfänglich nicht anmerkt, dass sie eine Maschine ist, zeigt schon früh Gefühlsregungen: Bevor das Transportschiff „Betty“ an dem Forschungsschiff „Auriga“ andockt, lässt „Johner“, ein Mitglied der Crew, seinem gehbehinderten Kollegen „Vriess „ seine Messerklinge in die gefühllosen Beine fallen. Dieser bekommt das natürlich erst später mit. Call, die alles gesehen hat, nimmt das Messer und bricht die Klinge ab. Dies zeigt eindeutig eine Affekthandlung aufgrund von Verachtung. Es lässt vermuten, dass Call dem armen Vriess damit Zuneigung zeigt oder aber Johner nicht leiden kann, was beides eindeutig emotionale Züge sind. Auch die Fähigkeit zur Empathie wird bewiesen, da sie durch ihr Handeln die gewünschte Gefühlsregung bei Johner verursacht. Ihr Mimik-Spiel zeigt den ganzen Film über sehr ausgeprägt Züge von Emotionen, da sie diese auch zeigt, wenn sie allein ist. Somit fällt ein gezieltes mechanisches Mimik-Spiel weg, was sie vor Menschen zeigen würde, um nicht für einen Androiden gehalten zu werden. Sie hat auch sichtliche Probleme, als sie Ripley in ihrer Zelle ermorden will, weil sie das Alien, das vermeintlich noch in ihr heranwächst dadurch mit beseitigen möchte. Hier zeigt sie auch wieder Mitgefühl und merkt, dass ihre Tat „falsch“ ist, besonders nach dem Gespräch, als Ripley aufwacht. Call ist sichtbar mitgenommen von der Geschichte, die Ripley erzählt. Emotionale Intelligenz zeigt sie auch. In den Punkten „Selbstbeherrschung“, Selbstmanagement“ und „Beziehungsfähigkeit“ zeigt sie durch ihre Handlungen ein Vorhandensein von Emotionaler Intelligenz.
Gegen Ende des Films, als sich überraschenderweise für die Beteiligten herausstellt, dass Call kein Mensch ist, wird erklärt, dass Call eine von Androiden entwickelter Prototyp ist, der außer Dienst gestellt wurde, da er Probleme mit Autorität hat, also sich quasi zu menschlich verhält und Widerwillen gegen Befehle hegt. Als sie sich in den Computer, des auf die Erde zusteuernden Forschungsschiffes, einstöpseln soll, tut sie dies nur mit großem Widerwillen, wie ihr Gesichtsausdruck und ihre Aussage beweisen. Ihr menschliches Verhalten wird am Ende des Films von Ripley kommentiert: „Für einen Menschen verhältst du dich zu menschlich.“ So verkörpert Call eine nahezu perfekte Kopie des Menschen. Durch Ripleys Ausspruch wird auch deutlich, dass Call sogar mehr Emotionen (im Film) zeigt, als die übrigen Beteiligten. Hier haben sich die Gefühle eines Androiden wieder als hilfreich gezeigt, damit Call nicht Unschuldige tötet, ihnen eher hilft, da sie doch Zuneigung empfindet.

Fazit

Die vier „Alien“-Filme zeigen, wie die Technologie der Androiden in Ripleys Welt langsam immer weiter fortschreitet. Durch den Kälteschlaf, in dem sich Ripley oft und lange befindet, durch ihren Tod am Ende des dritten Films und die Wiederbelebung im Vierten bekommt man einen großen zeitlichen Einblick in ihre Welt. Anfänglich erkennt man Ash doch durch seine steife Art früh als Androide. Bei Bishop ist dies schon schwieriger, hätte er sich nicht schon am Anfang des Films „verraten“. Bei Call in Teil 4 ist es dann eine späte Überraschung, da sich die ganzen Modelle immer menschlicher verhalten und mit Call dann auch selbst zu Emotionen fähig sind. Auch helfen, wie oben schon beschrieben, Gefühle bei den Androiden um Handlungen wie Ash sie gezeigt hat zu verhindern. Die zwei emotionelleren Modelle der Androiden erweisen sich in den letzten drei Filmen als nützlich für die menschlichen Protagonisten.

Weiter mit Teil 3 

Bibliographie:

  • Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Director’s Cut), Ridley Scott, Twentieth Century Fox, 1979/2003
  • Aliens – Die Rückkehr (Special Edition), James Cameron, Twentieth Century Fox, 1986/1991
  • Alien 3 (Special Edition), David Fincher, Twentieth Century Fox, 1992/2003
  • Alien – Die Wiedergebuhrt (Special Edition), Jean-Pierre Jeunet, Twentieth Century Fox, 1997/2003

2 Gedanken zu „Emotionen bei Androiden im Film 2 (Alien-Saga)

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