Before Watchmen oder Wie man die Cashcow zu Tode melkt

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WATCHMEN, 1986 geschrieben von Alan Moore und gezeichnet von Dave Gibbons ist unbestritten einer der Klassiker der Comic-Geschichte. Auch finanziell hat sich das Werk für die Beteiligten gelohnt, aber wer den Hals nicht voll bekommt, der muss sich etwas Neues überlegen.

 

 

2009 kam die Verfilmung des Comics ins Kino, der bei Fans des Originals nicht so wirklich ankam, optisch aber recht hübsch gemacht wurde. Doch 2012 kam dann die Comic-Reihe BEFORE WATCHMEN, in dem die Protagonisten jeweils eine eigene Kurz-Serie bekamen. Alan Moore distanzierte sich schnell von dieser „Schnapsidee“: http://www.comicbookresources.com/?page=article&id=36996

Ich hätte ja auf den guten alten Herrn Moore hören sollen, aber ich habe mir die BEFORE WATCHMEN Serie gekauft und gelesen und halte sie für komplett überflüssig.

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Minute Men

Noch am interessantesten fand ich die Geschichte zu den MINUTE MEN, quasi die erste Generation der kostümierten Verbrechensbekämpfern, die in den 40ern agiert haben. Die sechs Heftchen erzählen von einem der großen Erfolge und auch Misserfolge der Truppe und wie sie sich langsam selbst abschaffen. Eine schlechte Soap mit Intrigen und einer verwirrenden Story um einen Kinderschänder, der doch keiner war.

Ozymandias

Nicht so ganz durchgestiegen bin ich bei den sechs Heftchen über OZYMANDIAS, der als reicher und intelligenter Außenseiter versucht seinem großen Vorbild Alexander dem Großen nach zu eifern. Er bekämpft Verbrechen und baut sich in aller Welt Basen um die Welt zu retten, dazu züchtet er sich einen riesigen Kraken, vor dem selbst der knallharte COMEDIAN Albträume bekommt. Was das alles sollte, wurde mir nicht so ganz klar, aber die Zeichnungen von Jae Lee (Dark Tower Reihe) sind wunderschön, ansonsten hätte ich das Comic nie zu Ende gelesen.

Comedian

COMEDIAN ist ein Monster, der immer irgendwo mitmischt als Spion des Geheimdienstes. Er hat diverse Auftritte in den meisten Heftchen und Brian Azzarello durfte auch seine Vorgeschichte schreiben. Eigentlich ist Comedian ein cooler Charakter aber die Intension der vier Heftchen ist, dass er Gewalt als bestes Mittel sieht, erst Schießen dann Fragen und Azarello stellt ihn als traurigen Beender des Vietnamkonflikts dar. Nicht dass er besonders heroische Taten zustande gebracht hätte. Viel mehr veranstaltet der harte Soldat ein brutales Massaker, er läuft im Krieg Amok, allein aus der Intension, dass sich dadurch die USA aus dem Krieg zurückzieht, um sich aus der Verantwortung zu ziehen. Eigentlich war es ja Dr. Manhatten der Grund für das Ende des Krieges, wie wir in OZYMANDIAS am Rande erklärt bekommen, der als von Präsident Kennedy als Abschreckung und letztes Mittel eingesetzt wurde.

Dr. Manhatten

Im eigentlichen Comic zu DR. MANHATTEN wird davon allerdings gar nichts erwähnt. Diese vier Ausgaben beschäftigen sich nur mit der Psyche des tragischen blauen Superhelden, der ja, wie wir wissen, durch ein Experiment zu dem wurde, was wir von ihm kennen. Eigentlich war es ein guter Ansatz, den J. Michael Straczynski hier benutzt, indem Manhatten nicht damit klarkommt, dass alles hätte anders sein können und er sich in Gedanken immer wieder im Kreise dreht, mit deinem Was-wäre-wenn-Wahn in verschiedenen Parallel-Realitäten. Gut und schön, nur wird das dem Leser immer und immer wieder vorgekaut, sodass man sich im Laufe der Lektüre ein wenig als dumm verkauft vorkommt. Ein schlechtes Stück Erzählkunst.

Silk Spectre

Manhattens Freundin SILK SPECTRE hatte einen der langweiligsten Auftritte in der Before Watchmen Reihe. Ihre Mutter erzog sie zu dem, was sie später auch ist, ihre Nachfolgerin, die auf alles vorbereitet sein soll. Doch die jugendliche Laurie hat anderes im Kopf und der Comic begleitet sie durch ihre wilden Jahren, in denen sie mit Hippies durch das Land zieht. Ein kleines Jugenddrama, recht langweilig.

Rorschach

Mein Lieblingscharakter RORSCHACH hat recht hübsch von Lee Bermejo gezeichnete vier Ausgaben bekommen, in denen aber so gut wie nichts passiert. Rorschach kriegt ordentlich und detailliert auf die Fresse und teilt natürlich zum Schluss auch ordentlich aus. Ja, das wissen wir schon alles, danke Herr Azzarello, dass du es noch mal erwähnst.

Night Owl

Ein interessanterer Einblick in die Vorgeschichte gibt aber NIGHT OWL. In den vier Heftchen wird die Geschichte erzählt, wie der einstige Gehilfe vom Original Night Owl in dessen Fußstapfen tritt, eine Sado-Maso-Heldin trifft und seine ersten Einsätze bestreitet. Hier drängt sich ihm immer wieder Rorschach auf und sie agieren als dynamisches Duo, worauf aber leider nicht voll und ganz eingegangen wird.

Crimson Corsair

Als kleines Gimmick hat jede einzelne Ausgabe der Comics am Schluss zwei Seiten zur Vorgeschichte des CRIMSON CORSAIR, das im Original recht genial als Comic im Comic eingebaut wurde. Ich habe diese Geschichte aber keine Beachtung geschenkt, denn dann hätte ich die Comics in der Reihenfolge des zeitlichen Erscheinens noch mal durchgehen müssen, um die Geschichtsfetzen ohne Unterbrechung lesen zu können.

Ach ja, da ist noch mehr

Um noch ein wenig Geld zu scheffeln, hat DC Comics noch zwei One-Shots zu DOLLAR BILL, dem Banken-Superhelden-Clown und ein Heft namens EPILOQUE in die Läden gebracht. Dazu kamen noch zwei Ausgaben zum Bösewicht MOLOCH. Diese Geschichten habe ich nicht mehr gelesen und habe auch den Drang nicht dazu.

Fazit

Nun ja… die ganze BEFORE WATCHMEN Chose entpuppte sich, wie Moore schon prophezeite, als komplett überflüssig. Entweder sie waren nichtssagend, langweilig oder verwirrten nur, bzw. hinterließen einfach den falschen Eindruck zu den Helden, die man vom Original WATCHMEN her kannte. Meine Empfehlung ist nun, belasst es einfach mit dem Original, das man dringend gelesen haben sollte, aber den Rest kann man getrost ignorieren. Investiert euer Geld lieber in coole Comics!

Ein Gedanke zu „Before Watchmen oder Wie man die Cashcow zu Tode melkt

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